Unternehmenskultur im Recruiting

Wie wichtig ist der „Cultural Fit“?

Die Erwerbstätigkeit ist so hoch wie nie, die Arbeitslosenquote auf einem neuen Tiefstand. Was wirtschaftlich gute Neuigkeiten sind, lässt so einige HR-Verantwortliche verzweifeln. Wenn es immer weniger verfügbare Arbeitskräfte gibt, nimmt der Fachkräftemangel stetig zu und so wird es jeden Tag schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu rektutieren. Um also möglichst viele Mitarbeiter zu finden und an sich zu binden, wollen sich Unternehmen stärker auf diese einstellen. Was ist Mitarbeitern wirklich wichtig? Die Faktoren Sicherheit, gute Bezahlung und angenehme Arbeitszeiten spielen bei der Wahl des Arbeitgebers bekannterweise eine wichtige Rolle. Besonderen Wert legen Fachkräfte in Deutschland zudem auf die Identifikation mit dem eigenen Unternehmen. Das fand jetzt eine Studie der Online-Stellenbörse Stepstone heraus, für die mehr als 25.000 Fach- und Führungskräfte zum Thema Unternehmenskultur befragt wurden. Die Ergebnisse der Kandidaten-Befragung haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Unternehmenskultur entscheidet über die Mitarbeiterzufriedenheit

Erst sechs von zehn Kandidaten überlegen schon bei der Jobsuche, ob die Unternehmenskultur zu ihrer Persönlichkeit passt. Dabei hat die Übereinstimmung oder Nicht-Übereinstimmung einen großen Einfluss auf die Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Fast 60 % der Befragten, die sich mit der Unternehmenskultur ihres Arbeitgebers identifizieren können, sind auch mit ihrem Job zufrieden. Umgekehrt ist es noch eindeutiger: Von denen, die sich nicht mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können, sind 70 % unzufrieden mit ihrem Job.

Zufriedenheit und Unternehmenskultur
Quelle: StepStone. Recruiting mit Persönlichkeit

 

Kommunikation, Entscheidungswege und Führungsstil als Ausschlusskriterien

Die Teilnehmer wurden gefragt, über welche Aspekte der Unternehmenskultur sie bereits im Bewerbungsprozess informiert werden möchten. Dabei kam heraus, dass sich die meisten Bewerber für den Führungsstil interessieren. Doch auch die Entscheidungswege, der Kommunikationsstil und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurden häufig genannt. Es liegt also nahe, dass es genau diese Kriterien sind, auf die die Arbeitnehmer besonders großen Wert legen. Ob im Unternehmen geduzt oder gesiezt wird, erscheint dabei den meisten eher nebensächlich.

Unternehmenskultur im Bewerbungsprozess

Quelle: StepStone. Recruiting mit Persönlichkeit

 

Was können Unternehmen also tun, um den „Cultural Fit“, also das Zusammenpassen von Unternehmenskultur und Persönlichkeit der Mitarbeiter, zu erhöhen? Ist ein Persönlichkeitstest der richtige Weg? Nur zum Teil, wie die Studie herausfand. 44 % der Kandidaten würden einen solchen Test zwar gerne machen, doch knapp ein Drittel der Befragten gab an, den Einsatz von Persönlichkeitstests nicht gut zu finden. 9 % von ihnen würden den Bewerbungsprozess sogar komplett abbrechen, wenn ein Test ins Spiel kommt.

Da Unternehmen von Bewerbern nicht verlangen können, ihre Persönlichkeit offenzulegen, ist es also an ihnen, ihre Kultur offen zu kommunizieren. Nur so können sich interessierte Kandidaten noch vor ihrer Bewerbung mit der Unternehmenskultur auseinandersetzen und gezielt nach Arbeitgebern suchen, zu denen sie passen. Viele Unternehmen tun dies bereits. Am sinnvollsten ist es, die Kultur direkt in der Stellenanzeige zu thematisieren – dort suchen die meisten Bewerber nach Informationen. Doch auch Karriereseiten werden gerne genutzt, um sich einen Eindruck von der Unternehmenskultur zu verschaffen.

So informieren sich Bewerber über die Unternehmenskultur
Quelle: StepStone. Recruiting mit Persönlichkeit

 

 

Sich mit der Kultur eines Unternehmens auseinanderzusetzen, hilft nicht nur beim „Cultural Fit“, sondern auch schon beim Schreiben der Bewerbung. Denn Personaler wollen schon anhand des Anschreibens sehen, dass sich ein Kandidat wirklich für das Unternehmen interessiert. Weitere Tipps zum Schreiben einer Bewerbung finden Sie in unserem Blogbeitrag über gute Initiativbewerbungen.

 

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