Fußball gucken am Arbeitsplatz

WM 2018 – Arbeitgeber werden lockerer

Die Fußball-Weltmeisterschaft ist in vollem Gange und zieht Millionen Menschen in Ihren Bann – auch am Arbeitsplatz. Das kostet Arbeitszeit. Laut einer Studie der Universität Hohenheim werden Arbeitnehmer in Deutschland 2018 durchschnittlich 16 Minuten Ihrer täglichen Arbeitszeit der WM opfern. Das sind sogar 3 Minuten mehr, als es noch zur WM 2014 der Fall war. Dies könnte den Anpfiff-Uhrzeiten zuzuschreiben sein, die dieses Jahr in Deutschland meist auf den Nachmittag fallen. Doch nicht nur die Spiele selbst, auch das Fachsimpeln unter Kollegen oder das regelmäßige Kontrollieren des Punktestands können in Summe eine Menge Zeit beanspruchen.

Mit weitreichenden Folgen: Laut der Studie drohen der deutschen Wirtschaft Produktionsausfälle in Höhe von 2,62 Milliarden Euro durch abgelenkte Arbeitnehmer während der WM!

Vorgesetzte reagieren gelassener auf Fußball-Interesse

Doch die Arbeitgeber in Deutschland scheinen die WM-Auswirkungen immer lockerer zu sehen. Der Studie zufolge haben 57 Prozent der Vorgesetzten nichts dagegen, wenn die Angestellten die WM während der Arbeitszeit im Radio verfolgen. Für 38 Prozent der Arbeitgeber sind TV-Übertragungen am Arbeitsplatz in Ordnung. Vor vier Jahren waren es noch deutlich weniger. Viele Betriebe nehmen die Weltmeisterschaft sogar zum Anlass, um Mitarbeiter-Events zu organisieren und damit das Arbeitsklima zu verbessern.

Fußball verfolgen am Arbeitspatz: Auf den Job kommt es an

Inwiefern das WM-Fieber die Arbeit beeinträchtigt, hängt selbstverständlich auch von der Art der Tätigkeit ab. Ein Schweißer, der mit einem Auge auf den Live-Stream schielt, kann mehr Schaden anrichten, als ein Kundenbetreuer, der zwischen zwei Telefonaten den Spielstand checkt. Zudem gehen Arbeitgeber sehr unterschiedlich mit dem Thema Fußball um. Unser Tipp: Wer sich die Fußball-Spiele während der Arbeitszeit nicht entgehen lassen will, klärt am besten direkt mit dem/der Vorgesetzten ab, was am Arbeitsplatz erlaubt ist. Anderenfalls könnte die WM nämlich ärgerliche Folgen haben: Erst im Januar hat das Arbeitsgericht Köln entschieden, dass Arbeitgeber ihre Angestellten schon wegen weniger Sekunden unerlaubten Fußballguckens abmahnen dürfen.

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