Zeitarbeit ist Vorreiter, wenn es um Tarifbindung geht

Die Zeitarbeit ist Vorreiter im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen

Erst kürzlich hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) die neuesten Daten zur Tarifbindung in Deutschland veröffentlicht. Die Zahlen basieren auf einer jährlichen Befragung von rund 15.000 Betrieben und zeigen auf, wie viele Unternehmen in Deutschland einen Tarifvertrag anwenden. Obwohl sich die Entwicklungen in jüngster Zeit stabilisieren, ist ein deutlicher Rückgang der tarifgebundenen Betriebe über die letzten Jahrzehnte zu erkennen. Dies hat zur Folge, dass immer weniger Arbeitnehmer von den Vorteilen profitieren, die eine Beschäftigung mit Tarifvertrag mit sich bringen.

„Tarifverträge sind Garanten für gute Arbeit. Ob beim Gehalt, bei den Urlaubstagen, beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bei den Arbeitszeiten, den Kündigungsfristen oder den Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung – Beschäftigte, deren Arbeitsverhältnis durch einen Tarifvertrag geregelt ist, stehen besser da als Beschäftigte in Betrieben ohne Tarifbindung“, erklärt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB).

Der DGB kritisiert die sinkende Tarifbindung, die die jährliche Umfrage des IAB aufzeigt, und beklagt eine regelrechte „Tarifflucht“ der Betriebe. Allein gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der Beschäftigten in Unternehmen mit Branchentarifverträgen sowohl in West- als auch in Ostdeutschland jeweils um 2% gesunken. Ein Blick auf die Tarifentwicklung seit 1996 zeigt einen noch massiveren Rückgang. Damals arbeiteten in Westdeutschland 70% der Beschäftigten tarifgebunden, 2017 waren es noch 49%. In Ostdeutschland sank die Quote währenddessen von 56% auf 34%.

Tarifbindung in der Zeitarbeit

Quelle: www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_2257.htm

Die Tarifbindung in der Zeitarbeitsbranche liegt bei nahezu 100 %

Wenn es um die Stärkung der Tarifbindung in Deutschland geht, nimmt die Zeitarbeit eine Vorreiter-Rolle ein. Thomas Hetz, Geschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP), erklärt im Interview: „Wie schon im Jahr 2012, als unsere Branche noch vor Einführung des gesetzlichen Mindestlohns eine allgemeinverbindliche Lohnuntergrenze eingeführt hat, ist die Zeitarbeit wieder einmal Vorreiter und im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen beispiellos. Denn die Tarifabdeckung in der Zeitarbeit beträgt nahezu 100 Prozent – ausschließlich mit DGB-Tarifverträgen. Im Übrigen besteht die starke Sozialpartnerschaft der Zeitarbeitsbranche mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund bereits seit 15 Jahren. Und auch die Einführung der Branchenzuschlagstarifverträge im Jahr 2012 war ein Meilenstein für die Zeitarbeitsbranche. Derzeit haben die Tarifpartner der Zeitarbeit mit elf Branchen Branchenzuschlagstarifverträge mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2020 ausgehandelt. Das zeigt einmal mehr, dass die Zeitarbeit ein attraktives und verlässliches Erwerbsmodell für Arbeitnehmer ist.“

Arbeitnehmerfreundliche Tarifbindung bei expertum

Die Tarifbindung, die der DGB fordert, ist bei expertum selbstverständlich. „Gleicher Lohn für gleiche Leistung“, so expertum Geschäftsführer Jörg Stehr, „ist bei unseren attraktiven Jobs für qualifizierte Kandidaten Voraussetzung. Sonst könnten wir die vielen offenen Stellen im Maschinenbau, der Chemieindustrie oder der Luftfahrt gar nicht besetzen.“ Als Mitglied im größten Arbeitgeberverband der Branche, dem BAP, hat sich expertum zur Anwendung der festgelegten Tarife und damit zu fairen Beschäftigungsbedingungen verpflichtet. Die Tarifverträge des BAP werden regelmäßig neu verhandelt und sehen eine kontinuierliche Anpassung der Gehälter und Zusatzleistungen vor. Damit ist sichergestellt, dass die Tarifbedingungen zeitgemäß bleiben.

 

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