Ingenieure brauchen Soft Skills

Welche Kompetenzen brauchen Ingenieure und Ingenieurinnen heute?

In vielen Berufen, gerade in den technischen, galten Sozialkompetenzen bislang eher als nebensächlich. Auf das Fachwissen und das technische Know-how kam es an. Doch außerfachliche Kompetenzen, sogenannte Soft Skills, werden in letzter Zeit immer öfter von Mitarbeitern gefordert. Selbst Ingenieurinnen und Ingenieure kommen heutzutage um diese „weichen“ Merkmale wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Organisationstalent nicht herum. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch, die Industrie 4.0 bringt neue Arbeitsabläufe und Anforderungen mit sich und die Projektarbeit nimmt zu.

Soft Skills bezeichnen alle außerfachlichen Kompetenzen

Wenn es um Fähigkeiten und Kompetenzen geht, lässt sich zwischen Hard Skills und Soft Skills unterscheiden. Hard Skills sind die fachlichen Fähigkeiten, also solche Fähigkeiten, die sich mit einem Blick auf Lebenslauf und Zeugnisse leicht überprüfen lassen. Bei den „weichen“ Fähigkeiten ist das nicht ganz so einfach. Sie lassen sich grob in persönliche, soziale und methodische Kompetenzen unterteilen, wobei sie sich zum Teil bedingen.

Typische Soft Skills sind:

  • Selbstreflexion
  • Eigenverantwortung
  • Teamfähigkeit
  • Gutes Zeitmanagement
  • Stressresistenz
  • Analytische Fähigkeiten
  • Präsentationsstärke

Soft Skills für die reibungslose Teamarbeit

Jede dieser Fähigkeiten bringt berufliche Vorteile. In der stark vernetzten Welt von heute profitieren Ingenieurinnen und Ingenieure insbesondere von den sozialen Kompetenzen. Denn mit den Prozessen im Unternehmen ändern sich auch die Arbeitsweisen der Mitarbeiter.

Die Arbeit in internationalen Teams erfordert Kommunikationsfähigkeit sowie interkulturelle Kompetenzen und die Projektarbeit setzt Empathie, lösungsorientiertes Denken und die Fähigkeit zur Konfliktlösung voraus, da sie meist in interdisziplinären Teams stattfindet. Ob als Spezialist oder als Führungskraft – je ausgeprägter die Soft Skills, desto besser gelingt also die Zusammenarbeit. Das haben auch die Arbeitgeber erkannt und schreiben nun nicht nur den technischen Kenntnissen, sondern auch den außerfachlichen Kompetenzen große Bedeutung zu.

Neue Anforderungen an Ingenieurinnen und Ingenieure

Dr. Bettenhausen, Senior Vice President of Corporate Technology bei Siemens, erklärte gegenüber dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in einem Interview: „Es wird in Zukunft verstärkt darum gehen, Strukturen und Muster zu erkennen, zu organisieren, effektiv zusammenzuarbeiten, mit Kollegen aus anderen Disziplinen zu kommunizieren und nicht zuletzt darum, das Lernen wieder neu zu lernen. Das ist nicht unbedingt etwas vollkommen Neues – neu ist allein die Geschwindigkeit, mit der die Veränderungen vorangehen.“

Wie bauen Ingenieure also gezielt Soft Skills auf? Nicht alle Soft Skills lassen sich von Grund auf erlernen, aber viele lassen sich trainieren. Die Präsentationsstärke ist z. B. nicht jedem in die Wiege gelegt, doch lässt sie sich durch regelmäßige Übung erheblich verbessern. Interkulturelle Trainings erhöhen die Sensibilität für kulturelle Unterschiede in der Kommunikation und auch zum Thema Zeitmanagement gibt es Ratgeber und Seminare.

Unser Tipp: Nutzen Sie nicht nur alle Gelegenheiten, Ihre Soft Skills auszubauen, sondern zeigen Sie diese auch nach außen! Schon im Bewerbungsprozess gilt es, diese zu benennen und zu veranschaulichen. Dies muss nicht unbedingt über Zertifikate passieren – machen Sie Aussagen über Ihre Soft Skills glaubwürdig, indem Sie im Anschreiben oder im Vorstellungsgespräch konkrete Situationen beschreiben, in denen die Soft Skills Sie weitergebracht haben.

 

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